Gemeinsam Zukunft gestalten: Im Oberen Enztal hat sich eine Arbeitsgruppe auf den Weg gemacht, Leitlinien für die Bürgerbeteiligung zu entwickeln. Inspiriert durch die positiven Erfahrungen aus dem #Wahlkreistag und dem Prozess der #SorgendeGemeinschaft möchten die Bürgermeister und Gemeinderäte der Verwaltungsgemeinschaft eine gemeinsame Grundlage für eine lebendige Beteiligungskultur schaffen. Ziel ist es, Bürgerbeteiligung transparent, verlässlich und wirksam zu gestalten – als Ergänzung zur repräsentativen Demokratie und als Einladung an die Bürgerschaft, Zukunftsfragen aktiv mitzugestalten.
Die Leitlinien sollen Orientierung für Politik, Verwaltung und Bürgerschaft geben: Wann wird beteiligt? Wie werden unterschiedliche Perspektiven einbezogen? Welche Formen der Beteiligung passen zu welchem Thema? Und wie gelingt ein konstruktiver Dialog auf Augenhöhe? Ein wichtiger Schritt für mehr Vertrauen, Transparenz und gemeinsames Verantwortungsbewusstsein in der Region. Demokratie lebt vom Zuhören, Mitdenken und Mitgestalten.
Die Gruppe tagt erneut am 2. Juli 2026 im Rathaus Wildbad.
Foto: (vlnr) Hubertus Welt / Menschen Miteinander, Nicola Wiedemann / Stadt Bad Wildbad, Lena Abdi / Stadt Bad Wildbad, Melissa Geipel / Familientreff Karussell, Nadine Keller / Stadt Bad Wildbad, Ute Sabee / RA Sabee. Foto: Hans-Ulrich Händel
Bericht vom Fachtag „Sorgende Gemeinschaften“, der am 19. Juni 2026 online stattfand. Organisiert hat den das Forum Seniorenarbeit NRW.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle Haltung und Verantwortung beim Aufbau und der Weiterentwicklung Sorgender Gemeinschaften spielen.
Der Vortrag machte deutlich: Sorgende Gemeinschaften entstehen nicht allein durch neue Angebote oder Projekte. Entscheidend ist vielmehr die gemeinsame Haltung der beteiligten Akteure und die Bereitschaft, Verantwortung für das Zusammenleben im Sozialraum zu teilen.
Die Teilnehmer: innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung kamen miteinander in einen konstruktiven und intensiven Austausch. Dabei konnten zentrale Anliegen und Fragestellungen angesprochen und unterschiedliche Perspektiven miteinander geteilt werden. Das Zusammenspiel von Bürgerinnen und Bürgern mit kommunaler und landespolitischer Ebene im Rahmen des Formats wurde von vielen Beteiligten als gewinnbringend und produktiv bewertet. Der Wunsch nach einer Wiederholung ähnlicher Dialogformate wurde verschiedentlich genannt.
Nachstehend die KI-generierte Zusammenfassung der Dokumentation.
Das Dokument beschreibt einen Bürgerdialog in Bad Wildbad, bei dem zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Politiker über lokale Themen und den Zusammenhalt diskutierten.
Ausgangslage
Es besteht eine Distanz zwischen Bevölkerung und Politik, viele fühlen sich nicht gehört.
Losverfahren bringt Vielfalt, fördert Anerkennung und Engagement.
Ziel: langfristig resilientere Demokratie durch mehr Beteiligung und Gesprächskultur.
Ziele
Förderung des direkten Dialogs zwischen Bürgern und Mandatsträgern.
Vertrauen aufbauen, Perspektiven wechseln, lokale Demokratie stärken.
Zentrale Fragestellung: Wie ist der Zusammenhalt in Bad Wildbad?
Was passiert, wenn Menschen aus ganz Deutschland, die sich vorher nicht kannten, ein Wochenende lang reden – nicht übereinander, sondern miteinander? Das will das ARD-Dialogprojekt „Was Deutschland verbindet“ herausfinden.
Die eigene Meinung mit anderen Augen sehen: In insgesamt 13 Episoden widmet sich „Dialog vor acht“ jeweils einem thematischen Schwerpunkt zur ARD-Dialog-Aktion – für mehr Dialog auf Augenhöhe und Meinungsvielfalt.
Unter dem Motto „Den demografischen Wandel gestalten, sorgende Gemeinschaften aufbauen, lebendige Quartiere entwickeln“ lud der Landkreis Calw gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration und der FaFo im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg zur 14. Regionalkonferenz „Quartier 2030“ in das Hoffnungshaus Calw-Wimberg ein. Rund 90 Teilnehmende folgten dieser Einladung und kamen am 24. Februar 2026 zusammen, um neue Impulse für eigene Projektvorhaben aufzugreifen.
Wir durften unser Projekt Sorgende Gemeinschaft Oberes Enztal vorstellen!
(Foto: Gaby Goebel) Nach der gut gelungenen Premiere im April für die GrundschülerInnen der Fünftälerschule (FTS) in Calmbach erhielten nun im Mai auch SchülerInnen der weiterführenden Klassen und der Goßweilerschule ein gesundes und leckeres Frühstück.
Noch gibt es das Angebot einmal im Monat, soll aber zukünftig öfter und regelmäßig angeboten werden.
Im Fokus steht bei diesem Austausch zwischen Bürgern und Politikern weder das Formulieren politischer Forderungen noch das Erarbeiten konkreter Lösungen. Vielmehr geht es darum, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen, Vertrauen aufzubauen und Verständnis füreinander zu fördern – ganz im Sinne eines Dialogs auf Augenhöhe.
Bürger und Politiker im Gespräch an den Thementischen.Foto: Nicola Wiedemann
Auswahl der Zufallsbürger
Mit einem neutralen und mehrstufigen statistischen Verfahren ermittelte das Team Wahlkreistag die Zufallsbürger: Kriterien waren Alter (ab 16 Jahren), Teilort, Frau bzw. Mann und ein Prozentsatz an der gesamten Ortsbevölkerung. Mitte März verschickte Bürgermeister Marco Gauger die Einladung an die ausgelosten 750 Menschen. Mehr als 40 von ihnen meldeten sich, aus allen Ortsteilen, aus allen Altersgruppen. Hans-Ulrich Händel, externer Moderator, erfahren in Sachen Wahlkreistag, war begeistert: „Mit so einer starken Beteiligung haben wir nicht gerechnet. Das spricht für das positive Demokratieverständnis der Bad Wildbader Bürger“.
Wahlkreistag
Am Samstag, dem 25. April, kamen 37 Bürger ins Ludwig-Hofacker-Haus, Bad Wildbad, zum ganztägigen Wahlkreistag. In Vierergruppen vertieften sie zunächst die Fragestellung „Wie fühlt sich der gesellschaftliche und soziale Zusammenhalt für Sie gerade an? Wo sehen Sie Chancen oder Herausforderungen im Alltag bei uns in Bad Wildbad und seinen Teilorten?“. Daraus entstanden mehrere aktuelle Themen wie: Müll, Infrastruktur, Bürgermobilität und Treffpunkte für alle Generationen.Während der Mittagspause trafen zehn der eingeladenen Politiker ein und nutzten die Zeit zu informellen Gesprächen mit den Bürgern. Während des Nachmittags besprachen die Bürger an den Thementischen ihre Anliegen mit den Politikern.
Die Erwartung der Bürger, auf offene Ohren bei ihren gewählten Vertretern zu stoßen, wurde erfüllt. Die Antwort darauf waren keine fix und fertigen Lösungen – die waren auch nicht erwartet – sondern die verbindlichen Zusagen, diese Themen kooperativ, konstruktiv und zielführend anzugehen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und zeigte, wie wichtig Bürgerbeteiligung ist. Nun haben die Bürger die Möglichkeit, gemeinsam mit der Sorgenden Gemeinschaft und der Stadtverwaltung, an diesen Themen dran zu bleiben und sich einzubringen. Hierfür gerne eines der genannten Themen aussuchen und sich per E-Mail an: buergerbeteiligung@bad-wildbad.de wenden.
Veranstalter des Wahlkreistags
Auf Initiative der Sorgenden Gemeinschaft Oberes Enztal organisierten die Stadt Bad Wildbad, der Verein Menschen Miteinander/Interkultureller Garten e.V. und der Seniorenrat Oberes Enztal e.V. den Wahlkreistag. Dieses Konzept der Bürgerbeteiligung wurde bereits mehrfach landesweit und auch bundesweit erfolgreich umgesetzt. Das Projekt „Wahlkreistage! Bürger und Politik im Gespräch“ wird von der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart, gefördert und von der Allianz für Beteiligung, Stuttgart, durchgeführt. (nw)
Der Kabinettsausschuss für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung der Landesregierung Baden-Württemberg besteht seit drei Legislaturperioden (also seit 2011).
Staatsrätin Barbara Bosch ist seit 2021 zuständig. Der Abschlussbericht der dritten Legislaturperiode (2021-2025) erschien im März 2026. Der Ausschuss bewertete seine Arbeit positiv und betonte die Bedeutung des ressortübergreifenden Austauschs zur Weiterentwicklung der Dialogischen Bürgerbeteiligung. Anfangs gab es Skepsis gegenüber der Durchführbarkeit und dem Nutzen der Bürgerbeteiligung, doch diese Bedenken wurden durch klare Strukturen und definierte Rollen ausgeräumt. Wichtige Erkenntnisse sind:
Bürgerbeteiligung ist auch auf abstrakter Ebene erfolgreich.
Kritische Vorhaben sollten stets mit Bürgerbeteiligung begleitet werden.
Fachliche Kompetenz für Bürgerbeteiligung muss zentral bereitgestellt werden.
Bürgerbeteiligung bringt konkrete Vorteile für Ministerien, fördert die Demokratie und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie hilft, Konflikte zu bewältigen und Ängste in der Bevölkerung zu reduzieren. Die Bürgerinnen und Bürger zeigen großes Engagement, wenn sie professionell begleitet werden. Für die Zukunft soll Bürgerbeteiligung weiter ausgebaut werden, um die Demokratie zu stärken und die Zivilgesellschaft aktiv einzubinden.
Und was bedeutet das für uns, vor Ort?
In diesem Zusammenhang stehen bei uns im Oberen Enztal diese Projekte:
Der Aufbau des Netzwerks „Sorgende Gemeinschaft Oberes Enztal“
Das Projekt „Frühstück“ an der Fünf-Täler-Schule Calmbach
Bad Wildbad. Im kreisweiten Vergleich zählt Bad Wildbad zu den Kommunen, in denen Kinderarmut vergleichsweise stark ausgeprägt ist. Diese Situation hat die „Sorgende Gemeinschaft“ zum Handeln bewegt: Mit einem neuen Projekt soll allen Kindern künftig ein guter Start in den Tag ermöglicht werden.
In enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Schule wurden bereits erste Schritte zur Umsetzung eingeleitet. Der voraussichtliche Start des Angebots ist für Ende April vorgesehen.
Zunächst soll das Frühstück einmal im Monat stattfinden. Perspektivisch ist jedoch eine Ausweitung geplant – vorausgesetzt, es finden sich ausreichend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie entsprechende Spenden zur Unterstützung des Projekts.
Die Initiatoren hoffen daher auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Gesucht werden engagierte Menschen, die bei der Organisation und Durchführung mithelfen, sowie Spenden.Spendenbescheinigungen können über den Förderverein ausgestellt werden.
Ziel des Projekts ist es, allen Kindern – unabhängig von ihrer sozialen Situation – die Möglichkeit auf ein gesundes Frühstück zu bieten und damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit im Schulalltag zu leisten.